[Bilder] MPS Weeze – 21. und 22. April 2012

Freitag, 20. April:

Lang stand schon das Wochenende vom 20. bis 22. April rot markiert in meinem Terminplaner. Nicht nur in meinem, denn meine Eltern haben sich meiner erbarmt und mir ihr Auto für diese kleine 830 Kilometer schwere Spritztour von Braunschweig nach Weeze versprochen.
Aus einem mir unbekannten Grund sollte die Hinfahrt unter keinem guten Stern stehen. Als Flo und ich endlich um 15 Uhr losfahren wollten, stellte ich mit Erschrecken fest, dass das Auto komische Geräusche macht. Schnell war der Übeltäter entlarvt – es musste die Kupplung sein!
Von den bedauernden Worten meines Vaters („Schatz, ich glaub das mit Weeze wird nix“) wollte ich mich nicht runter ziehen lassen. Plan B wurde ausgepackt, der da lautete: Ab in die Werkstatt! Schon während der 20-minütigen Fahrt nach Braunschweig wurde mir immer schlechter, der Wagen gab immer lautere Krrrrrrk-Geräusche von sich und anfahren nach roten Ampelphasen war so gut wie nicht mehr möglich. Ende der Geschichte: Flo und ich blieben mit einem nicht mehr vorhandenen Kupplungspedal einige Meter vor einem Abschleppdienst vom ADAC liegen. Ich malte natürlich schwarz, heulte wie ein Welpe und machte mir Gedanken, wie wir nun mit unserem ganzen Gepäck nach Weeze kommen sollten, während Flo alles als eine Art schicksalhafte Fügung betrachtete, schließlich war ich im ADAC und uns strahlte ja auch ein gelb-schillerndes ADAC-Schild an. Schnell abgeschleppt saßen wir eine halbe Stunde später mit der deprimierenden Ziffer 1.164 fett unterstrichen auf einem Blatt Papier vor dem Schreibtisch von Herrn X, der mir augenscheinlich ansah, dass ich mit meinen Nerven, im wahrsten Sinne des Wortes, am Abgrund entlanglief. Netterweise lieh er uns ein 4-rädriges Gefährt, mit dem wir stattdessen unsere Reise fortsetzen konnten. Gegen 20:00 Uhr dann erblickten Flo und ich das strahlend orangefarbene Zelt von Herb, welches sich offensichtlich noch in der Aufbauphase befand. Nachdem auch wir mein sündhaft teures ALDI-Zelt aufgebaut hatten, wollten wir uns endlich einmal das neue Gelände anschauen. Jeanys Worte: „Man ist das groß hier!“ fassten den ersten Eindruck ganz treffend zusammen. Nachdem wir die üblichen Verdächtigen begrüßt hatten, ging es los zur Schenkenfete, wo Flo und ich dann auch Horis vorgestellt bekamen. Nach ein paar Bierchen trieb uns die Kälte und der Stress des Nachmittages gegen 01:00 Uhr ins häuslich hergerichtete Zeltbett.

Samstag, 21.April:

„Florian, ich muss mal.“
„Boah ist das kalt!“
„Herbs Heckklappe ist offen! Meinst du, das muss so?“

So klang der erste Dialog, oder besser gesagt Monolog, des Morgens (ca. 04:30 Uhr und trotzdem noch lautes Gebrüll) bei gefühlten 0°C und nassem Untergrund. Da überlegt man sich zwei mal, ob man sich aus dem warmen Schlafsack winden will! Das Frühstück um 10 Uhr haben wir leider verschlafen, um so mehr Zeit blieb sich in die Gewandungen zu hüllen. Gegen halb 12 trudelte dann auch Herb mit Jessy und Jeany im Schlepptau ein und los ging es zum Gelände. Pünktlich zur offiziellen Markteröffnung und den ersten Worten Eduards von Sonnenberg und Bruder Rectus' begann es zu hageln. Jawohl, HAGEL! Aber das machte den hart gesottenen MPSlern ja nichts aus, nur die Harten kommen schließlich in den Garten. Auch den Rest des Tages war das Wetter eher durchwachsen. Die Feuer auf dem Gelände boten allerdings eine prima Möglichkeit seine Kleidung auszuwringen und sich aufzuwärmen. Hier und da ergatterte man an dem ein oder anderen Stand eine Kleinigkeit, futterte wie die Weltmeister und kehrte zum ein oder anderen Schnaps beim Highlander ein. Auch beim Moccamaker-Stand trafen wir tagsüber und gegen Abend ein, um unsere schweren und nassen Glieder mit köstlich fruchtigen Teesorten aufzumuntern. Vielen Dank an Tina, die uns so liebevoll mit Tee und orientalischen Köstlichkeiten versorgt hat! Ein Dankeschön gilt auch Gawan, der mir liebevoll sein Ladegerät anvertraute, da ich meins auf welchen Gründen auch immer nicht am Mann hatte.

Musikalisch gesehen haben es mir an diesem Tag besonders Saor Patrol angetan. Vorsicht – Suchtpotential! Ganz groß auf dem Plan stand außerdem die Feuershow von Sir Henry Hot, die ich leider nur zu einem kleinen Teil sehen konnte. Das nasskalte Wetter und meine tauben Füße zwangen mich in die Knie und so begleitete mich Flo gegen 00:30 Uhr zum Zelt, um am Sonntag frisch und ohne Wehwehchen in den Tag starten zu können.

Sonntag, 22. April:

Sonntag in der Früh machte sich schon ein klein wenig die „Schon wieder vorbei“-Melancholie breit, die aber mit einem gesunden Happs Frühstücks-Schokokuchen verband werden konnte. Flo hingegen hatte mit dem Gedanken ans Haare waschen zu kämpfen. Letztlich wagten wir es und das Frischegefühl danach machte das unangenehme Erlebnis sich bei 6°C die Haare zu waschen wieder wett. Band des Tages waren natürlich Rapalje, auf die sich alle tierisch freuten. Zurecht, denn der Auftritt war ein wahrer Ohrenschmaus. Nachdem Jeany mich noch mit William und Svenja bekannt gemacht und mir den Backstagebereich gezeigt hat, rief auf einmal schon die Heimat. Schnell die Jeany zum Bahnhof gebracht und dann stand der 4 Stunden Trip bevor.
Bis zum nächsten mal, MPS! Ich freu mich auf dich.

Post scriptum:
Abschließend möchte ich mich bei drei Personen bedanken.
Bei Jeany, die mich ins MPS-Boot geholt und mich vielen neuen und liebenswürdigen Leuten vorgestellt hat. Bei Horis, der das Vorhaben optimistisch abgesegnet hat und bei Florian, der mir vor allem am Schreckensfreitag, aber auch sonst immer zur Seite gestanden hat und es immer noch tut. Danke ihr Lieben!

//Kuddl - 02. Mai 2012

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aktualisiert: 02.05.2012