[Bilder] 17. Mai 2007 Ritternacht mit Triskilian in der Schüür in Luzern

Traditionell wird der Mittelaltermarkt zu Luzern immer am Vorabend des ersten Markttages mit einer "künstlerischen Darbietung" und einem Konzert eröffnet. Letztes Jahr kamen die Recken und Maiden in den Genuss einer mittelalterlichen Modenschau und einem Konzert von Schelmish. Doch dieses Jahr wollte uns Tempus et Gaudium (Veranstalter des Mittelaltermarktes) die ernsteren und düsteren Seiten des Mittelalters präsentieren: Eine Waffenschau! Für die musikalische Unterhaltung sollten dieses Jahr Triskilian sorgen.

Ritter Rost zittert
Es ist etwas 19:00 Uhr und ich befinde mich beim Abendessen im Backstage zusammen mit den Akteuren der Waffenschau. Der aufmerksame Leser wird sich an dieser Stelle fragen, was die Berichterstatterin im Backstage macht?! Na was wohl… Insiderwissen suchen! Ritter Rost ist mächtig nervös vor seinem Auftritt, leider gelingt es mir nicht seine Nervosität auszunutzen, um an Insider oder Infos über die Waffenschau zu sammeln, nur so viel verriet er mir: Klingen werden sich kreuzen und keine noch so abscheuliche Waffe des düsteren Mittelalters wird ausgelassen werden…

Meth, Waffen, Musik - was braucht man mehr für einen mittelalterlichen Abend?
Pünktlich zu Doors Open (macht hoch die Tür, das Tor macht weit) begab ich mich zur Kasse um Eintritt (Wegzoll) zu bezahlen und meine Jacke abzugeben. Doch was müssen meine mittelalterlich verwöhnten Ohren hören? Salsa und Samba Rhythmen! Ich dachte das wäre eine Ritternacht kein Tanzwettbewerb. Die Ritternacht fand jedoch im Obergeschoss statt, während im Untergeschoss fröhlich gesalsat wurde. Das Oberschoss machte dem Namen "Schüür" (Anm. Schüür ist das Schweizerdeutsche Wort für Scheune) alle Ehre, durch die vielen Dachgiebel hatte man den Eindruck in einer ausgebauten Scheune zu sein. Schnell erblickte mein Auge das wohl wichtigste bei einer Ritternacht: Die Methschänke! Eigentlich hatte ich noch auf einen Zuber gehofft, aber eben, eine solche Stätte der Entspannung findet sich nur auf Märkten wieder.
Das Licht ging aus, nur die Bühne wurde in Stimmungsvolle Beleuchtung getaucht. Eine Stimme begrüsste andächtig alle Anwesenden und eröffnete die Waffenschau. Vorgestellt wurden in kleinen Gruppen alle möglichen Waffen aus dem Mittelalter wie die Lanzen, Schwerter, Dolche, äxte, Pfeil und Bogen. Untermalt wurde die wundervolle Darbietung von mittelalterlichen Klängen. Zu meiner Enttäuschung schaffte es keiner der Waffenträger im Takt der Musik über den Laufsteg zu schreiten. Man kann nicht alles haben, ansonsten haben die Herren und Damen der Vereine "Basilisken", "Comites Feriati" und "Tempus et Gaudium" eine wundervolle Darbietung gemacht. Ein besonderes Vergnügen war die Darstellung der Waffe Feuer: Ein Mann präsentierte dies gekonnt mit einer Feuer-Poi Darbietung. Welch ein Augenschmaus…. Alles in allem eine sehr gelungene, informative und spannende Waffenschau.
Während die Bühne für die Mittelalterband Triskilan umgebaut wurde, bot es sich an, nochmals schnell zur Methschänke zu gehen. Dort entdeckte ich dann auch die Spielleute der Kumpanei Duivelspack, die auch gekommen waren um Triskilian zu hören.
Triskilian sind Kilian der Narr, Jule Sonnenklang, Oually Ouallad und Silvia Lucia, die unter dem Begriff Mittelalter nicht so wirklich einzuordnen sind. Vor allem interpretieren sie alle möglichen Arten von Tanzstücken, Balladen und Eigenkompositionen. Gespielt wird das ganze vor allem auf mittelalterlichen Instrumenten wie Sackpfeifen, Schalmeien, Drehleier, allen Arten von Trommeln, Harfe oder auch Schlüsselfiedeln.
Das Intro ertönte aus den Boxen und jene 4 Musiker betraten die Bühne und das Publikum empfing sie mit einem tosenden Applaus. Triskilian eröffnete das Konzert, und schon beim ersten Lied riss es einem mit und man konnte einfach nicht stillstehen. Die Setliste von Triskilian:

König von Tara
Como Poden
Are Donna
NV rue mit sorgen
Helut
Abre tu puerta
Cetvorno šopsko horo
Do frayg amors
Schwester
Tam Lin
Tam Lin's Lullaby
Schwedisch/Schottisch
Yarim gitt
Cythia
An Lauretten
Kamaçay
Säckpipslat fran Dalby
La Rosa
57
Hüpfer
11er
Brauste
4er
la douce dame jolie
Andro
Nema çengi
Makedonsko
Zugabe:
Ai vis lo Lop
En sagrado
Sto mi

Ein wunderbares Konzert.... besonders hervorzuheben ist die gesangliche und sprachliche Leistung von Jule Sonnenklang, eine Stimme so klar, so rein und doch dringt sie durch Mark und Bein. Wenn ich die Musik von Triskilian in eigenen Worten beschreiben müsste, dann würde ich diese mit der Natur vergleichen. Es ist , als ob einem die Bäume, Wiesen und Felder mit ihren Tieren mit dem Wind ihr Liedlein singen. Einfach natürlich und wunderschön. Das Publikum dankte dies mit einem tosenden Applaus. Ein wunderbares Konzert, man kann es nicht anders sagen. Die Musik war nur verstärkt, aber nicht verzerrt, einfach natürlich, mitreissend und wunderschön. Nach dem Konzert legte noch ein DJ auf und man konnte bei einem Becher Meth den Abend ausklingen lassen.

Dankes- und Lobeshymnen:
Danke an Tempus et Gaudium für die Veranstaltung. Danke an "Basilisken", "Tempus et Gaudium" und "Comites Feriati" für die Waffenschau. Danke der Methschänke für den Meth. Vielen Dank an Triskilian für einen Abend voller wunderbarer Melodien und Klänge.

Es grüsst und verneigt sich
Marion "Rätia" Thöny

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aktualisiert: 24.05.2007