[Bilder] 02.-04. Juli 2010 Burg Volmarstein – Irish Folk Festival und Bad Nieuweschans – Keltisch Midzomer Festival

Reiseroute: München/Mainz – Wetter bei Hagen – Osnabrück – Bad Nieuwschans – Groningen – Bad Nieuweschans – Leer – München/Mainz

Zeitreisen extrem – „Das wird toll.“ „Das ist toll.“ „Das war toll.“
MPS frei… was machen wir nur? Manche Leute erholen sich daheim oder bei Freunden. Manchen fahren zum Entspannen irgendwo hin, wo Ruhe zu finden ist – und dann gibt es die, die einen komplett an der Waffel haben und auf irgendwelche Märkte, Festivals, Events meinen fahren zu müssen…
Zu letzten gehören auch Sarah und ich, die nichts besseres zu tun wissen als am spielfreien Wochenende der Einladung unserer liebgewonnenen Rabauken zu folgen und sie in den Niederlanden auf ihrem „Keltisch Midzomer Festival“ zu besuchen… ich hab ja gesagt: irre.
Nachdem in Dortmund die Einladung von Rapalje ausgesprochen war, wir diese in Hamburg freudestrahlend angenommen und bestätigt hatten, dass wir kommen werden, ging das Chaos auch schon los:
Denn Mittwochs kamen wir auf die glorreiche Idee, dass es ja Schwachsinn wäre freitags schon in Nieuwschans anzukommen, wenn die Einladenden noch ein Konzert bei Hagen (Westf) zu spielen hatten. Noch dazu wenn wir eh fast dran vorbeifuhren. Also nicht lang gefackelt – alles Nötige organisiert und so machten wir uns am Freitag von München bzw. Mainz aus auf den Weg Richtung Burgruine Volmarstein ohne auch nur einem der Holländer etwas davon zu verraten. Selbst ist die Frau. Doch wir wussten noch nicht, was das für eine Zugfahrt werden sollte:
München 9.40 Uhr: IC Richtung Stuttgart. Alles nach Plan. Doch mit sieben Minuten Verspätung verpasste ich um zwei Minuten meinen Anschlusszug nach Köln, da dieser „leider nicht warten konnte.“ Planänderung, neue Verbindung und ich bin eine Stunde früher da?! Versteh ich bis heute nicht – auf jeden Fall sofort in Mainz angerufen um umzuplanen, was zu einer sponatenen „Ich muss dann auch los“ Aktion führte. Und beweiste: auch Frauen können spontan innerhalb von 10 Minuten aus dem Haus gehen. Dass die ganze Aktion sinnlos war, da Sarah in Köln ihren Anschlusszug verpasste und in den späteren der aus Mainz kam wieder einstieg (der dann sogar klimatisiert gewesen wäre…) konnte ja keiner wissen.
Nachdem wir also bei durchschnittlichen 35 Grad im Zug, gratis Wasser der Bahn, und jede Menge Chaos dann doch gemeinsam um 17 Uhr in Hagen waren, grenzte nahezu an einer Wunder. War uns aber egal, denn nun konnte endlich das ultimative Holland Wochenende eingeleitet werden. Zu Hilfe kam uns dabei eine Lokalität in Hagen die (natürlich extra für uns) Heineken-Sonnenschirme gegenüber vom Bahnhof aufgebaut hatte und dort das WM-Spiel Niederlande-Brasilien live übertrug. Salat, Wasser und Radler bestellt und so warteten wir die Tore der Holländer feiernd inklusivem „Juhuuu“ und „Yeah“-SMS Kontakt mit unserem Lieblings-Schilträger-Techniker auf unser privates Taxi aus Osnabrück, denn Annika hatte beschlossen diesen Wahnsinn mitzumachen.
Um halb acht schleppten wir uns dann nach Gebirgsherausforderung für unser vollbepacktes Kleinwagentaxi den restlichen Berg (und das sag ich als Bayer!) zur Burgruine Vollmarstein in Wetter (das übrigens den ganzen Abend Tshirt-freundlich blieb) hoch. Oben angekommen waren wir erst enttäuscht, dass wir für die sieben Stände und zwei Konzerte ganze 18 Euro zahlen mussten – wir hatten uns da ja dann doch mehr erwartet… aber wir lassen uns davon ja nicht die Laune und das freie Wochenende versauen. So stürzten wir uns in die doch zahlreiche Masse der Folkfans, die allem Anschein nach Großteils aus den Anwohnern bestand. Einmal über den beschaulichen Markt gewandert (es gab Essen, Trinken, Guinness und Merchandise – und den Geld-in-Marken-Wechselstand. In der Mitte Strohballen, vor Kopf eine professionelle große Bühne mit Werbung der Sparkasse Wetter) und schließlich genossen wir die Atmosphäre und den Ausblick von der höher gelegenen Burgruine. Bis… ja bis der Veranstalter unglaublich publikumsnah die erste Band ankündigte: Broom Bezzums aus Großbritannien.
Wunderbarer ruhiger Folk von zwei Musikern mit verschiedensten Instrumenten und Gesang. Perfekt zum gemütlich vor der Bühne sitzen, nachdenken, mitdenken und genießen. – Wenn da nicht auf einmal Maceál um die Ecke gekommen wär und uns freudig knuddeln musste. Überraschung war also gelungen, auch er hatte nicht damit gerechnet – der einzige, der was hätte ahnen können. Nach dem Konzert der Briten sollte es dann aber richtig spannend werden. Unsere Rapalje-Chaoten bauten auf: Als erstes sprang David von der Bühne, lief an uns vorbei, wir riefen, er drehte sich um und schaute verdattert drein… Dieb tat es ihm gleich und nahm sich sogar die Zeit beim Aufbau knuddeln zu kommen. Doch am wunderbarsten war die Reaktion von William, der – uns gesehen – den Kopf schüttelte, von der Bühne ging und wieder hinaufkam – als ob er seinen Augen nicht traute – und mit dem Kopfschütteln nicht mehr aufhörte – mit breitem Grinsen im Gesicht.
So genossen wir mit unseren Lieblingsholländern zwei wunderbare Konzertstunden. Wie immer gab es eine herzliche Show, eine Party vor und auf der Bühne.
So wurde nach dem Konzert weitergeknuddelt und weitergetratscht in der Atmosphäre der beleuchteten Burgruine (die auch pink (!!) beleuchtet war?!) und um 1 Uhr verabschiedete man sich dann „bis später“ in Nieuweschans. So brachen wir glücklich auf nach Osnabrück mit unserem Supertaxi und kamen um 3 Uhr in unsere Betten, in denen wir bis um 7 Uhr wunderbar schliefen, denn: um 9 Uhr war Abfahrt nach CHOLLAND *laolawelle* und vorher wollten noch Haare gefärbt werden – ja, wenn dann Richtung wahnsinnig … Nach dem Frühstück brachen wir also auf ins HH – Heilige Holland.
1 ¾ Stunden später waren wir in Nieuwschans und fuhren staunend durch die Gassen. Denn was deutsche Fußballfans mit ihren Autos machen, machen die Niederländer mit ihren Vorgärten: orangene Dreiecksfahnen-Girlanden von den Ecken des Daches auf den Fußweg gespannt, orangene große Fahnen aller Art gehisst und an Fenstern befestigt, orangene Sonnenschirme, Bankbezüge, … und zwischendurch etwas Landesfarben zum ausgleich. Da wussten wir: holländische Fantreue steht der deutschen in nichts nach – das wird ein Endspiel werden…
Wir parkten letztendlich vor einem solchen Haus, packten unsere sieben Sachen zusammen und liefen die abgesperrte Straße zum KMF – keltisch Midzomer Festival, wo wir um 11.30 Uhr als eine der ersten Besucher den Platz betraten. Als erstes stellten wir fest, dass das mit dem Münzen wechseln ja schon nervig sein kann, denn man konnte auf dem ganzen Platz Speisen und Getränke nur mit Rapaljetalern bezahlen… und die waren auch noch pro Taler zwei Euro wert. (Gute Verkaufsstrategie… auch wir ließen uns zwischenzeitlich verwirren…). Also: Taler gewechselt und das Chaos und die Überraschungen nahmen ihren Lauf (zu diesem Zeitpunkt wussten wir, dass wir über den weiteren Verlauf des Wochenendes keine Kontrolle mehr haben würden und wurden mit jeder Minute die weiter verstrich mehr bestätigt). Falaffel-Stand von Urban, Tee- und Kaffee, sowie Hörnerboot von Karlos - und das waren mit die ersten Stände des Marktes. Nirgends hat man seine Ruhe!!! Schlimm ist das!
Rechts vom Eingang startete man also in die Marktkette die einen vorbei an Sitzmöglichkeiten zum Hauptplatz führte, links war ein riesengroßer Bogenschießplatz aufgebaut, der intensiv genutzt wurde und sogar von Rapalje zwischen den Auftritten mit betreut. Die Marktkette lieferte das übliche Bild, Wein- und Metflaschen am Ausgang (da gabs Zitronenmet…) gefolgt von Essen, Kaffee, einigen Schmuckstände, Dekoartikel, Gewandungsstände … und dann Bäume. Durch eine kleine Schneise kam man durch das kleine Waldstück auf den Hauptplatz. In der Mitte des Feldes das rundherum von Bäumen eingerahmt war, war ein großer keltischer Steinkreis aufgebaut, umgeben von drei vier Sonnensegeln und auch daneben noch aufgebauten Biertischgarnituren. Aufgrund der gefühlten 45 Grad waren die Sonnensegel auch schon vor eigentlichem Konzertbeginn gnadenlos überfüllt.
In den zwei vorderen Ecken waren die beiden Bühnen aufgebaut, auf denen abwechselnd die Bands spielen sollten. Zwischen den Bühnen hatten die „Clans of Caledonia“ ihr Lager aufgeschlagen und es waren die Merchandise-Stände neben den Bühnen zu finden. Direkt gegenüber davon gab es eine große Marktmeile, wo sich alles befand, was ein Liebhaber der keltischen Kultur begehrt: Kleidung, Räucherstäbchen, Bücher, CD’s, DVD’s, Schmuck, Krimskrams, Steine, Tücher, Felle und und und…Der Verkaufsschlager: Fächer!!! Es war ja kochendheiß. Der äußere Kreis wurde durch weitere Essens -und Getränkestände ergänzt (die wir verhältnismäßig teuer fanden, wir, die auf dem MPS arbeiten zB. Knobibrot 5 Euro…). Aber wir haben den Früchtestand mit Fruchtsalat und Säften geliebt! Damit war unsere Umgebung für’s kommende Wochenende erkundet und wir beschlossen uns erstmal mit einem großen Wasser in den Schatten zu setzen, um die unmittelalterliche Sonnencreme zu benutzen. Nochmal. Sicherheitshalber.
Um 12:30 Uhr bekamen wir dann die erste Musik auf unsere Ohren. Mit ruhigen angenehmen Klängen eröffnete Noel Shannon mit Stimme und Gitarre das Musikprogramm, bis es sich um 13 Uhr Rapalje nicht nehmen ließen auf der großen Bühne als erste aufzutreten und die erste Party in Gang zu bringen. Und: In Holland gibt es ohne Frage größere und mehr Rapalje-Fans als in Deutschland. Alles andere hätte uns aber auch gewundert. Trotz Wüstentemperaturen und staubigem Platz tobte die Masse eine Stunde lang vor der Bühne. Für David war das Spielen aber um 14 Uhr noch nicht vorbei, denn er stand gleich im Anschluss mit seinen Brüdern als „Myles Brothers“ auf der Bühne, die sich dem schottischen Dudelsackspielen verschrieben haben und so den zweiten Teil der noch lebenden keltischen Kultur auf die Bühne brachten. Danach beschlossen wir in den Kanal zu springen, der gegenüber vom Festivalgelände uns schon angelacht hatte und verpassten so leider den Auftritt von Machair Folk (es sei uns verziehen, es war einfach zu heiß!). Also wir mit Klamotten, nur der Gürtel war abgelegt worden, in den See/Tümpel/Teich/Kanal… und mit langem Rock ist gar nicht so einfach, wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Wir hatten unglaublichen Spaß *grins*
Wieder nass auf dem Platz spielte dann das Celtann solo auf, eine unglaublich starke Frau die nur mit Stimme und wechselnden Instrumenten sowohl ruhige als auch schnelle und komödiantische Stücke darbot.
Über den Nachmittag und Abend verteilt spielten noch Rapalje zweimal (einmal mit Eva und einmal mit Steptanzbegleitung… so wie man es von der DVD kennt. Toll!), die Myles Brothers gaben sich nochmals die Ehre, Noel Shannon und auch die ganz in weiß gekleidete Frau stürmte noch einmal die Bühne, diesmal aber mit männlicher Begleitung als Celtann duo. Etwas ältere Herren begeisterten mit Tanzmusik als Formation Harmony Glen (so stellt man sich eine Pub-Session in Irland vor…) und dann unser persönliches Highlight: Cochon Bleu. Es kamen Herren in weißen Hemden mit blauen Punkten auf die Bühne. Wir dachten uns schon „Ach Gott“, und dann fingen die an zu spielen und keiner konnte mehr ruhig stehen. Wir tanzten und tanzten und lachten. So gute Laune bekommt man selten durch Musik. Die Entdeckung des Wochenendes. Und nicht nur uns ging es so: auch Dieb von Rapalje konnte nicht stillstehen und tanzte mit dem Volk (siehe Beweisfotos!). Dafür gab er sogar sein Bier aus der Hand. ;)
Zwischendurch kam es immerwieder zu spontanen Wasserpistolenangriffen, angefangen unter anderem von Jan – dem allseits bekannten Fünften Mitglied von Rapalje (*Jubel* *LaLa*) oder auch Wasserfontänen die Maceál mit seinem Mund erzeugte. Was mit den Wasserbomben sonst noch alles angestellt wurde, lässt sich auf den Fotos besser nachvollziehen…
Der erste Tag wurde abgerundet von einer Show mit Feuer, fälschlicherweise als Vuurshow (Feuershow) angekündigt… Es war eine wunderbare phantastische Inszenierung, doch wirkliche Feuerkünstler konnten wir unter den Schauspielern nicht finden. Trotzdem schuf dieses Spaktakel, das im Steinkreis stattfand eine ganz ganz eigene und unvergessliche Atmosphäre durch seine mystische Verpackung.

Und dann folgte der Sprung vom keltischen Mittelalter in die niederländische Gegenwart – denn: ohne, dass wir auch nur ein Nein hätten einwerfen können, wurde, nein, genauergenommen war schon beschlossen bevor wir ankamen, dass wir abends mit nach Groningen fahren sollten um dort zu feiern. „Wenn ihr schon hier seid, müssen wir auch in Groningen feiern.“ Es war beschlossene Sache, dass wir im Irish Pub schlafen sollten (hier unbekannterweise nochmals einen großen Dank an Peter Kelly) und somit packte uns William um kurz nach 12 in den Tourbus und wir wurden mit William von einem Crewmitglied nach Groningen gefahren. Im Irish Pub luden wir unsere Sachen ab und tranken erstmal ordnungsgemäß eine Runde Murphys. Und wie das so ist, wenn man mit netten Musikern in der Heimatstadt unterwegs ist: man ist nie alleine. So fanden sich ein, zwei weitere Feierwütige für die Nacht, Jan stieß auch noch zu uns und wir zogen von einem Club in den nächsten ohne zu merken wie die Zeit verging. Hierbei muss man nochmals betonen, dass man in Groningen KEINEN EINTRITT zahlt. Wunderbare Sache. Gegen 6 Uhr morgens holten wir noch schnell Pizza, aßen selbige beim letzten Bier der Nacht im geschlossenen O’ceallaigh, bevor wir dann für 5 Stunden unser Lager im Pub aufschlugen, wo der ganze Rapalje-Wahnsinn begann. Zwischen Sitzmöglichkeiten und Stehtischen wurden wir gegen kurz vor 12 wieder wach, packten unsere Sachen zusammen und hüpften – ohne Kater! – in den Tourbus – Ari holte uns netterweise wieder ab – zur Sight-Seeing-Tour. Und da ist es passiert: Ich habe mich unsterblich in diese Stadt verliebt. Mit kleinem Kanal mit Anlegeplätzen und Hausbooten, alten kleinen Gebäuden, eine saubere gemütliche Stadt… wohin diese Liebe noch führen mag, wird man sehen, aber ich werde sicherlich nicht das letzte Mal dort gewesen sein. Groningen, ich mag dich.
Und dann ging es zurück zum Festival.

Halb 2 war es, und wir frühstückten während Harmony Glen spielten unseren wunderbaren Obstsalat. Danach schnell wieder in Gewandung geworfen, Annika verabschiedet, die leider heimfahren musste, und mit all unserem Hab und Gut wieder aufs Gelände. Das führte dazu, dass wir uns nach dem Rapalje-Konzert von 15-16 Uhr dazu hinreißen ließen, auf unserem Gepäck und einer Decke einfach mal rumzuliegen und nichts zu tun – wir waren eh nur noch am hübsch transpirieren. Denn es war immernoch heiß heiß heiß. Celtann duo, Cobblestones, Noel Shannon… und nochmal Rapalje. Wir waren da, wir entspannten, liefen über den Markt, sangen hier und da mit und genossen auch mal zwei drei Schwätzchen mit Bekannten. Beim vorletzten Konzert – das letzte Rapalje-Konzert des Festivals bekamen wir dann noch eine wunderbare Ansage zu hören: William machte die erste und einzige Ansage auf Deutsch: „Das folgende Lied ist für alle Frauen auf dem Platz…“ (Kein Kommentar).
Das letzte Konzert, das von den Myles Brothers zusammen mit Maceál und dem Celtann solo bestritten wurde, ward kurzerhand ins Publikum verlegt, so dass sich aus purer Feierlaune (die auch da nicht zu bremsen war, nach dem zweiten zu heißen Festivaltag – faszinierende Holländer) ein hüpfender Tanzkreis um die Musiker formierte. Es war ein gebührender Abschluss für ein wunderbares ausgelassenes und lustiges Festival in Nieuwes-chans (ich kann es jetzt aussprechen ;)).
Das Festival war also vorbei, doch wir waren immernoch in Holland, und ja auch immernoch Gäste – und blieben noch eine Nacht. So wurde eifrig diskutiert , geplant und sich gesorgt – und das fieserweise auch noch auf Holländisch, so dass wir wieder nichts zu sagen hatten. Nach Hin- und Her, und unserem Entschluss nicht mehr nach Groningen fahren zu wollen aus Geldgründen bei der Rückfahrt wurden wir von David, mit David, bei David und dem Rest der Familie Myles auf dem Campingplatz einquartiert. So schnell konnten wir gar nicht gucken, wie David unsere Sachen in den Tourbus geschmissen hatte – und auch uns – und zum Campingplatz fuhr. Sofort wurde eine Lampe organisiert – obwohl ich dreimal betonte, dass ich mein Zelt kenne und das im Dunkeln aufbauen kann – und wir richteten uns ein. Kaum waren wir fertig wurden wir auch schon mit der Frage überfallen, ob wir Met, Whiskey oder Bier trinken wollen, und zwei Minuten später hatten wir von Mama Myles Bier in der Hand. So gesellten wir uns dann zu der großen Zeltplatzpartygesellschaft die sich um die Wii-Projektion auf ein zwischen zwei Bäumen gespanntes Sonnensegel versammelt hatte und dem WM-Spiel Niederlande – Deutschland zuguckte. Kurze Zeit später wurde ein Lagerfeuer angezündet und wir hatten einen wunderbaren Abend auf deutsch, holländisch und englisch – schlimmstenfalls wurde sich wie schon das ganze Wochenende mit Händen Füßen oder über Dritte verständigt. Absurde geht es wohl kaum noch. Dreisprachige Wii-Spielen am Lagerfeuer…
Gegen halb 2 verzogen wir uns dann in unsere Betten im Zelt, heimlich und leise, doch kaum war das Zelt zu klopfte der wohl quirligste Spielmann von Rapalje am Zelt und ließ es sich nicht nehmen uns mit einem kurzen Knuddln, Quatschen und einem Gute-Nacht-Kuss ins Bett zu bringen… (man vergesse nicht den Vortrag darüber, dass wir ja viel zu viel anhätten bei den Temepraturen um zu schlafen…).
Nächster Morgen, endlich etwas kälter, chillen vor dem Zelt auf der Luftmatratze und schon wird man mit der Frage überfordert, ob man Tee oder Kaffee zum Frühstück mag. Gastfreundlichkeit in Höchstform kann auch manchmal anstrengend sein ;) 20 Minuten später kamen Papa und Mama Myles mit frischen Brötchen und wir bekamen ein Frühstück wie im 5 Sterne Hotel mit Obst, Aufschnitt, Rührei, Kaffee usw. usf…. (DANKE!) Die holländische Gastfreundlichkeit erreichte damit ihren spektakulären Höhepunkt, denn ohne diese Menschen jemals vorher gesehen zu haben wurden wir wie Könige behandelt – wir waren sprachlos.
Um 12 Uhr wurden wir dann von Mama Myles und David zum Bahnhof gefahren (!), und machten uns auf den Weg nach Leer, wo wir beim letzten gemeinsamen Kaffee vom Wochenende versuchten ansatzweise nachzuvollziehen, was wir alles wunderbares erlebt hatten. Es war eines der spannendsten, spontansten und tollsten Wochenenden, das ich verbringen durfte.
Danke an Rapalje, danke an Holland und die ganzen gastfreundlichen und feiernden Holländer, danke an Familie Myles, danke an Groningen, danke an KMF und vorallem: Danke an dich, Sarah. Ohne dich wär ich nicht hingefahren und wäre es auch nicht einmal halb so toll geworden.
Nieuwschans: Wir sehen uns wieder ;)

Ps: Jetzt (!) wird Holland erstrecht Weltmeister.

von Jeany Leinweber - 6. Juli 2010

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aktualisiert: 15.07.2010