[Bilder] 25./26. Juni 2011 MPS Mosbach

"Einem Kameraden hilft man. Einem Kollegen misstraut man. Mit einem Freunde ist man albern." (Peter Bramm) oder "Noch etwas mehr Alkoholkonsum... - Wir sind hier nicht in Wacken!"

Welch wunderbares Wochenende stand bevor. Nach 2 arbeitsreichen Wochenenden endlich wieder frei und MPS. ? Ganz entspannte 2 Tage, die ich unter dem Motto „Wellness“ startete. Es gab eine Luftmatratze (!), ein extra Kissen (!), Decke und Schlafsack, „Frühstück im Bett“ und: Ich hatte sogar einen Zeltvorleger – muss ja keiner Wissen, dass das der alte Badezimmerteppich vom Pfalz-Hobbit war…
Folglich ging es ganz entspannt freitagmorgens mit dem Zug Richtung Mannheim (Monnem!), wo mich der Pfalz-Hobbit aufsammelte und in einer herrlichen einstündigen Überlandfahrt (Schlangenlinien bergauf – kurzes „Da sieht man ja gar nüscht“ auf dem Königstuhl von Heidelberg – Schlangenlinien bergab) nach Mosbach brachte. Dort reservierten wir auf dem unbekannten, da neuen Gelände schnell den herrlichen Zeltplatz zwischen Apfelbäumen, in Reichweite aber nicht Riechweite der Dixis und dem fließenden Wasser (ich erinnere an den Wellnessfaktor) und mussten erst mal erkunden.
Zelt aufbauen, die ersten Freunde trudelten auch auf dem Zeltplatz ein und man brach auf zum restlichen MPS-Inventar. Ein herrliches Wiedersehen nach zwei Monaten Abstinenz für mich. So verging der MPS-Premiere-in-Mosbach-Vorabend mit Austausch, Plausch, dem ein oder anderen Bierchen, todesmutigen Terrorangriffen von Junikäfern und mehr oder weniger freiwilligen Badeexkursionen im Neckar (führten im Nachhinein zu zahlreichen kleineren Verletzungen… - woran lag das denn jetzt?!? Hat der Neckar böse Flussgeister? Kenne ich zu viele tollpatschige Menschen? Oder könnten die Getränke da was mit zu tun haben?)

Samstag, 25.06.2011 – Mosbach MPS Part I: Niveauvoll
Das Wetter machte natürlich, was es wollte. Stört uns ja aber nicht. Wolken und schwülwarme Temperatur hielten aber wohl ein paar Neugierige doch leider davon ab vorbeizuschauen. Aber erfreulicherweise fanden trotz allem viele mittelalter-unkundige und sehr freundliche Einheimische den Weg in die phantastische Spectaculumswelt. Viele begeisterte Gesichter, strahlende Kinderaugen, lachende Großeltern und staunende Eltern ersetzten ohne Mühe die sich hinter Wolken versteckende Sonne. Der Platz eingerahmt von Neckar, mittelalterlicher Kirche und Bergpanorama mit Schloss schuf mit seinem weitläufigen Aufbau sein übriges zur Schaffung einer herrlichen Atmosphäre. In üblicher Manier wurde um 13.30 Uhr die feierliche Markteröffnung gestartet und zusammen mit dem Bürgermeister von Mosbach der erste Markt mit einem kräftigen Bier eröffnet. So konnten Händler und Handwerker beginnen ihre Speisen und Waren an den Mann bringen, Gaukler die Besucher verzaubern und die Spielmänner und Barden Musik machen – oder?!
Es spielten auf: die monnemer-kölsche Sachsen-Baden von Saltatio Mortis, die echten Schotten: Saor Patrol, die Baden-Württemberger von Metusa und DAS Niveau.
Wir genossen die ersten Konzerte von Saor Patrol bzw. Saltatio Mortis und ließen den Tag gemütlich beginnen. Und wie es mittlerweile fast üblich ist, fand sich unsere Zeltgemeinschaft zum ersten Konzert von DAS Niveau vor der Bühne gemeinsam ein – was auch recht gut war. Denn so sollten wir den magischen Moment miterleben, der die Legende von Mosbach anzettelte: Witze über Baden und Schwaben… und die Badener Spielleute… führten zur spontanen Umfunktionierung des niveauvollen Bandbanners durch Alea und Lasterbalk zur Hautcreme-Werbung Die Hautcreme(vgl. Beweisfoto).

Damit aber nicht genug. Die beiden jungen, frechen Barden aus Berlin sangen daraufhin eine herrlich neue Version des Songs „Prometheus“ von Saltatio Mortis („Wir bringen euch Schatten…“). Das konnte natürlich nicht ungesühnt bleiben – und so kam die erste Runde Schnaps von Lasterbalk selbst gebracht auf die Bühne… danach Alea… Jean… Falk… Samoel… El Silbador… und letztlich Luzi DEM L.
Man hätte nun – wäre man nicht auf einem bewölkten Premierenmarkt – anschließend so beschäftigt sein können, dass es gut gewesen wäre. Hätte man. Man war aber in Mosbach. Es war bewölkt. Und es war nun wirklich kein stressiger Markttag. Und so kam es, dass DAS Niveau mit Absinth die Bühne von Saltatio Mortis enterte… und dann auch noch auf Artikeldiskussionen bestand („Das heisst von DAS Niveau und nicht von DEM Niveau!“)…
Tja – und wer Saltatio Mortis kennt, der weiß, dass die sich den Kampf nicht zweimal Ansagen lassen. Beim zweiten Niveaukonzert – diesmal auf der anderen, zweiten Bühne – kamen wieder alle Mitglieder von Saltatio Mortis mit kleinen Mitbringseln auf die Bühne. Strohrum mit Amarula, Honigschnaps, Calvados, Kräuterschnaps… usw usf. – und dazu gesellten sich Bruder Rectus („Gott will es.“), der Tod und die Biertaverne… denn es war erklärtes Ziel: Heute sinkt DAS Niveau! Schottische Unterstützung nahte zudem vom Highlander des Pech-Standes mit Whisky… Bei diesem Konzert legte sich irgendwann die Weigerung und die Versuche, Schnäpse abzulehnen und das „Gib her“ – Trinken stellte sich ein. Tapfer wurde das Schicksal angenommen…
So endete das dritte und letzte Konzert (selbstverständlich auch von Schnapsgeschenken begleitet) in aufrechterhalten der Songs durch Gitarrensolos von Domenicus von Metusa und herrlichen Erzählungen… und doch waren im letzten Set tatsächlich noch richtige, komplette Songs MIT Text überwiegend. Allerdings merkte man, dass je länger das Konzert dauerte, die Zungen immer schwerer wurden. Aber: Hauptsache die Krawatte (fast authentisch, auf jeden Fall aber phantastisch) sitzt, wa? Bildliche Dokumentation findet sich hier im Mittelalterbereich und auch bei der Seelenfängerin. Für weitere Informationen, Gratulationen und Bauchmuskelkater bitte hier >>LINK<< zu dem herrlichen Tourtagebucheintrag von Luzi DEM L folgen. Die Konzerte von Saor Patrol und Metusa, so wie die Gaukeleien, Schwertkämpfe, das Bruchenballturnier und das große Ritterturnier auf dem angrenzenden Turnierplatz – sowie Gewandungsprämierung und Markttanz verloren für MPS-bewanderte Besucher dabei ein wenig den Reiz… Das große Feuerspektakel gegen Einbruch der Dunkelheit erleuchtete den Platz und für mich begann damit eine kurze Zeit der Erholung von Lachanfällen. Ich genoss die Atmosphäre und lehnte mich einfach zurück… Abendessen und ein entspanntes Saor Patrol Nachtkonzert gaben mir Zeit, um einfach mal wieder „zu Hause“ auf dem MPS zu sein. Schöne Harmoniestimmung…
Nachts, nach seinem letzten Konzert war der torkelnde Sören dann im Wohnzimmer des MPS – Toms Metschenke zu finden. Sein Bardenkollege Martin zog es vor dem heißen Met und den Calvados auszuweichen und im Hotel zu versuchen, Ruhe zu finden. Wäre da nicht der Sören, der ja den Weg zu seinem Hotel nicht kannte. Denn so telefonierte Martin nachts mit dem geistlichen Beistand des MPS: Bruder Rectus – um Sören ins Hotel zu schicken. Nur leider weiß der liebe Martin davon nach eigener Aussage nichts mehr…
Ihr könnt euch also ansatzweise vorstellen, WIE Sören die nächtlichen Stunden an der Schenke verbrachte… und da wir uns ja auf einem Mittelaltermarkt befinden, muss so etwas Konsequenzen haben. So entwickelte sich an diesem Abend die Idee des „KLO mit NIVEAU“… aber lest selbst beim Mittelalterlich Phantasie Spectaculum. >>LINK<<
Nachdem ich dann nach mehreren Stunden Schenkenkultur pflegen im Stockfinsteren mein Zelt erreicht hatte und die wirklich herrlich warme Nacht mich ruhig einschlafen ließ, genoss ich es den Tag im Traum zu verarbeiten. Es war legendär.

Sonntag, 26.06.2011 – Mosbach MPS Part II: Der Morgen danach…
Der Sonntag verlief im Gegensatz zum Samstag wirklich harmlos. Wiederum Frühstück im Zelt. Kurzes Zusammenpacken. Ab auf den Platz - wir mussten uns natürlich (nach der Markteröffnung durch Sonnenberg und Rectus – Nachnamen reiche, Rest fällt aus wegen brüllender Hitze und hemmungslosem Sonnenschein an diesem Tag) das ultimative Katerkonzert von DAS Niveau anschauen…
Doch zuvor wurde man von wilden Schelmen angefallen und in diverse Zwick-Verfolgungsjagden verwickelt – was für mich nach 4 Stunden Schlaf und ein wenig Kopfweh doch ganz schön anstrengend und verwirrend war. Aber so hatte ich einen Grund mehr es zu genießen als Schelmish nach der Markteröffnung die Bühne in Beschlag nahmen und uns mit schöner traditioneller Marktmusik den Sonntag musikalisch eröffneten. Dann mussten wir ja, was schon fast in Stress ausartete, von Schelmish und der Feuerspektakelbühne direkt zur Musikbühne… Und man kann sagen, was man will: Sie habens durchgezogen. Trotz den mindestens 30 Schnaps, die sie aushalten mussten am Samstag, ist weder samstags noch sonntags ein Niveaukonzert ausgefallen. Und unterhaltsam waren sie allemal.
So genossen wir also den Sonntag bei viel Eis und Schatten mit den Rheinländern Schelmish, den schon am Vortag anwesenden Bands Saor Patrol, Metusa und DAS Niveau. Und amüsierten uns herrlich über die panischen Blicke, wenn jemand mit Getränken, Schnapsgläsern voll Wasser oder Ähnlichem an der Musikbühne vorbeilief… „Du kommst jetzt damit aber nicht zu uns, oder?!“
Für mich endete der sonntägliche MPS Besuch relativ früh gegen 16 Uhr, da ich noch meine 5 Stunden Heimreise vor mir hatte…

Es war ein unvergessliches Wochenende, das von guter Stimmung, vielen tollen Gesprächen, Komplimenten von allen für alle und unglaublich viel Bauchmuskeltraining vor Lachen geprägt war. Und das ist auch gut so! Die MPS Premiere in Mosbach war zwar von Wetter und Neuheit her nicht so gut besucht, wie die restliche MPS Saison – jedoch gerade im Erinnerungswert unbezahlbar. Danke an alle Verrückten, Beteiligten und Freunde für dieses Wochenende.
P.S. Ultimativer Tipp aus geheimer Quelle an die Allgemeinheit: bei hartem, unnachgiebigem Untergrund und undenkbarem Verzicht auf Geschlechtsverkehr sollte man sich nur auf einen Quicky beschränken, um Nach-voll-geschäden zu vermeiden.

von Jeany Leinweber - 29. Juni 2011

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aktualisiert: 29.06.2011