Bericht zum Spectaculum Magdeburgense - Pfingsten 2014

"Lieber Freund! Welch ein Sommer! Ich denke Sie mir im Zimmer sitzend, mehr Omelette als Mensch."
Friedrich Nietzsche an Heinrich Koeselitz)

Ja, so könnte ich meinen Bericht an euch alle, die nicht den Weg zur Festung gefunden haben am heißesten Pfingstwochenende, an das ich mich erinnere, auch beginnen ...
Es war heiß. Verdammt heiß. 38 Grad im Schatten - und kein Mensch wollte wirklich Met trinken. Das führte dazu, dass wir an den Tavernen hauptsächlich Bier, Limo und Wasser verkauften. Das sorgt jetzt auch nicht unbedingt für bessere Stimmung und mehr Party auf dem Platz - aber wir können auch schwitzend Spaß haben!

Für mich war es die vierte und jedes Mal aufs neue abenteuerliche Reise in den "wilden Osten". Nachdem ich 2011 den Einstand als Schankweib bei Nase in der Mettaverne überstanden habe und viele neue, herrliche und anregende Menschen kennen lernen durfte, freute ich mich, diese viel zu selten gesehenen Gestalten endlich wiederzutreffen. Und so hüpfte sich, nachdem ich im Freitag Nachmittag gemütlich mit dem Auto hingeschifft wurde über den Platz und beschaute mir das neue Gelände.

Es war das erste Mal, dass der Markt - aufgrund behördlicher Auflagen - nicht innerhalb der Festung Mark, sondern im angrenzenden Park und der verfügbaren Freifläche aufgebaut war ... und: ich fand es wirklich schön! Entgegen aller Erwartungen entstand durch die nun aufgeteilten Bereiche und gestaffelten Bühnen ein wunderbarer Wanderwald mit Themenschwerpunkten je nach Interesse: Hauptplatz, Kinderecke mit Karussell und Marionetten, Händlermarkt mit reichlich Handwerk, Kunstwerk und Spieletraditionen ... Auf dem Hauptplatz, umringt von Essens- und Getränkeständen fand man die zentrale Musikbühne, auf der allerlei bekannte Gesichter das Wochenende über Ihre Dudelsäcke und Trommeln schwingen ließen: mit Heimvorteil in Magdeburg Sagax Furor und De Liederknechte, alte Bekannte sah man mit dem neuen Projekt Savica auf der Bühne und Bannkreis, Varius Coloribus und Cradem Aventure heizten dem Publikum tagsüber und bei den nächtlichen Tanzkonzerten mit den üblichen mittelalterlichen Rythmen und Melodien ein. Ergänzt wurde dieses musikalische Aufgebot wie jedes Jahr mit einer Vielzahl an grandiosen Gauklern, zauberhaften Feen- und Waldwesen und ulkigen Gestalten aller Art: Zeter&Mordio dürfen in Magdeburg genausowenig fehlen wie der Herold Olivarius von der Taube. Terra Hossa, Finn Flagranti, Walther von der Kohlenhalde, Darion Narrenbart und der groooße Gidolfooo fielen durchs Publikum, erschreckten und neckten die Gäste und unterhielten mit verschiedenesten Shows, Zauberei, Gaukelei und Ulk. Für den eleganten und verzaubernden Teil waren das Federgeist Theater als Stelzentheater auf dem Platz unterwegs - die Magie glitzerte über den gesamten Plan - und für atemberaubende Feuershows der besonderen Art Caterva Luminis zuständig ... und die kleinen Gäste kamen durch das Marionettentheater Theater Arcanum und das Kindertheater "Durchgeknallt im Elfenwald" - das nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf Stelzen im Publikum zu finden war (und wundervolle Sorglosfedern an alle verteilte) nicht zu kurz.

So wurde das heiße Pfingstwochenende zu einem allumfassend und facettenreichen Erlebnis, dass durch spontan aufgestellte Wasserduschen, zahlreichen Schatten im Park und ergreifende wie zum Lachen bringende Kunst zu einem wundervollen Wochenenderlebnis für Groß und Klein. Es bleibt zu hoffen, dass auch im kommenden Jahr das Spectaculum Magdeburgense zum Verzaubern und Entführen einladen kann - ob nun in der Festung, davor oder woanders ...

von Jeany am 25.5.2014

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aktualisiert: 07.07.2014