[Bilder] Zeitreisealbum vs Schelmelinchen goes to Mittelalterlich Hallenspectaculum in the Zentralhallen in Hamm

Am 10. und 11. Tag im zweiten Monat anno Dommini 2007 bestiegen das Zeitreisealbum und zwei Jungfern der Schelmelinchen ihre Kutschen um dem Feste des Grafen Hiller in der Zentralburg zu Hamm beizuwohnen.

Wer das jetzt nicht so ganz verstanden hat, muss sicht nicht wundern. Nach einem Wochenende voller Mittelalter ist es manchmal schwer zurück in die reale Zeit zu finden. Mit anderen Worten, das Zeitreisealbum bestehend aus Herb Jung und Michaela und eine kleine Delegation der Schelmelinchen bestehend aus Conny (Morgain) und mir (Marion DdA) machten sich per Auto und DB auf den Weg nach Hamm, um dem ersten Hallenspectaculum der Saison von Gisbert Hiller beizuwohnen. Da es ein relativ weiter Weg für uns alle war, reisten wir am Freitagabend an. Übernachtet haben wir in einer Ferienwohnung die uns eine nette katholische Therapeutin vermietet hat. Dafür sollte eigentlich noch eine Strafe auf dem Markt folgen, aber dazu später.

Samstag, 10.02.2007
Fast ausgeschlafen erreichten wir die Zentralhallen am Samstagmorgen gegen 11, um auch sicher genügend Zeit zu haben das Ganze Programm und die vielen schönen Stände zu sehen. Im Foyer der Halle befand sich ein kleiner, aber feiner Marktbereich. Das Foyer diente auch als Durchgang für den Aussenbereich und die Markthalle. Der Grossteil des Geschehens spielte sich in der Markthalle ab, wo natürlich auch alle geliebten und bekannten Händler ihre Stände aufgebaut hatten. Bis zur Markteröffnung hatte man genügend Zeit sich zu begrüssen und ein wenig umzusehen. Der Grossteil der Begrüssungszeremonie fand an Toms und Arnauds Schenken statt. Da gab es doch tatsächlich Menschen, die frischgebackene Bandkollegen morgens früh zu Kehlenschneider und Met verführt haben. (Ich will keine Namen nennen und ich schaue auch niemanden an, der trommelt und zwei Meter gross ist ;-)) An dem Tag lernte ich auch einige User aus dem Totentänzerforum kennen, an dieser Stelle, schöne Grüsse an euch, hat mich sehr gefreut euch kennen zu lernen, und nein ich bin nicht grösser : Im Allgemeinen war es ein grosses Hallo, denn man hatte sich ja zum Teil seit dem letzten Spectaculum in Bad Schussenried nicht mehr gesehen. Endlich hatte wieder die Saison der Hiller Spectaculums begonnen und das wollte gefeiert werden. Die Markteröffnung nahte und somit kamen der Marktvogt Eduard von Sonnenberg und der Herold Reinhold von Cattenburg endlich zum Einsatz und eröffneten feierlich das erste Hallenspectaculum der Saison. Um halb Zwei war es dann für mich schon Zeit sich in die separate Musikhalle zu begeben, da Pill und Pankraz ihren ersten Auftritt hatten. Wie immer legte dieses hervorragende Gauklerduo einen hervorragenden Auftritt hin. Das Programm ist zwar immer noch das Gleiche wie in der letzten Saison, aber durch ihren unglaublichen Witz und ihren Improvisationsgeist schaffen sie es immer wieder unglaublich amüsante und einmalige Auftritte hinzulegen. Nachdem meine Lachmuskeln von P & P strapaziert und meine Stimmbänder warm gesungen waren von dieser tollen Darbietung hatten die Spielmänner von Saltatio Mortis ihren ersten Auftritt des Tages. Sie spielten ein schönes Mittelalterprogramm und präsentierten sogar noch ein Stück aus dem neuen Album. Sie präsentierten ihre ganz eigene Version von der Geschichte des Werwolfs, Varulven. Sehr gut gelungen muss ich sagen, mein besonderer Respekt gebührt hier dem Sänger Alea dem Bescheidenen, zumal Schwedisch ja nicht gerade die einfachste Sprache ist. Nun war es doch langsam an der Zeit sich anständig zu verköstigen. Eine Taverne mit zwei güldnen Bögen über der Pforte oder eine Burg Erking gab es am Spectaculum natürlich nicht, dafür aber andere sehr, sehr leckere Dinge zum essen und trinken. Sehr empfehlenswert ist natürlich die Drachenschenke von Tom und Arnauds Taverne. Der Biertrinker gesellt sich da lieber zu Arnaud, während Anhänger des Honigweins und der Spirituosen lieber Tom aufsuchen. Ich bin da recht unparteiisch und besuche beides gerne. Am Spectaculum wird auch an die Vegetarier gedacht, so konnte man leckere und authentische Falaffel zu sich nehmen. Für die Süssen gabs allerlei Waffeln, Eis und Apfelringe. Zünftiges gabs natürlich auch in Form von Pute und echtem Schweizer Wurstsalat in der Markthalle und Spanferkel im Aussenbereich. Nein, liebe Leser, ich habe nicht den ganzen Tag nur gegessen, aber es muss doch mal erwähnt sein, dass ein Spectaculum nicht nur Augen- und Ohrenschmaus bietet, sondern auch viele Gaumenfreuden. Zwischen rein wissenschaftlichen Verköstigungen von Speiss und Trank für den Bericht, blieb immer wieder Zeit sich die angereisten Gaukler anzusehen. Da wären zum Beispiel Dr. Dr. Bombastus und Bruder Rektus, die das Publikum mit kreativer Medizin unterhalten. Man muss dazu sagen, dass es vielleicht doch mal an der Zeit wäre, dass die beiden ihr Programm etwas aufpeppen. Forzarello überzeugten wieder aufs Neue mit ihrer komödiantischen und fantastischen Jonglage mit französischen Teufelskeulen. Das Kinderprogramm habe ich mir leider nicht angesehen, aber alle Kinder die auf dem Spectaculum herumliefen sahen sehr glücklich aus. Meine Lieblingsstätte, der Badezuber hatte anscheinend Probleme mit der Wasserversorgung, so dass ich erst später am Abend in den Genuss der mittelalterlichen Badekultur kam. Was wäre schon ein Spectaculum Besuch ohne einen Gang in den Zuber? Sehr, sehr traurig. Zur abendlichen Stunde war es dann soweit, der Höhepunkt der Veranstaltung nahte: Das Nachtkonzert! Den Auftakt machten Rayneke. Den drei jungen und galanten Herren folgte Faun. Wunderbarer und sehr gelungener Auftritt kann ich nur dazu sagen. Auch hier freut man sich schon sehr auf den neuen Silberling von Faun. Eine der attraktivsten Bands der Szene betrat nun die Bühne. Saltatio Mortis gestalteten einen sehr guten Auftritt und wurden dabei vom Magister Flux in Form von Pyrotechnik tatkräftig unterstützt. Saltatio Mortis spielen ja noch nicht lange in der neuen Formatio, aber sie spielen schon sehr gut zusammen und man merkt, dass es inzwischen eine Einheit geworden ist, was sowohl akustisch als auch visuell bemerkbar war. Dazu kann ich nur eins sagen, weiter so! Durchs Programm führte wie immer der Magister des Schweinskrams Lasterbalk der Lästerliche, dessen Gesten für "ach was?" und "ohhh" mittlerweile schon ein beträchtliches Eigenleben entwickelt haben. Auch dieses schöne Nachkonzert musste einmal zu ende gehen und so begab man sich zu Arnaud und Tom um noch einen Absacker vor dem schlafen gehen zu sich zu nehmen. Derweil spielten noch die Spielleute von Rayneke und einige Saltaten noch ein wenig auf, sehr zur Freude der Anwesenden. Irgendwann ist auch die schönste Feier zu Ende und man macht sich auf den Weg in die Heia.

Sonntag, 11.10.2007
Guten Morgen? Warum auch nicht! Schlaf wird wie ich auch zuverlässiger Quelle erfahren habe sowieso überbewertet. Nach einem kurzen Trunk vom Schwarzen Gold (Kaffee) geht's schon wieder auf zum Spectaculum. Den Morgen beschreibt man am besten mit den Worten Hallo - auf Wiedersehen. Saltatio Mortis reisten ab und Schelmish kamen an. Auf das Konzert der Schelme mit ihrem Frischfleisch, welches sie von Vivus Temporis übernommen haben, Picus und Dschieses war ich sehr gespannt. Aber erst mal den Markt bekunden wie schon am Vortag. Die Jungs von Rayneke sahen ein wenig verschlafen aus, sie versicherten mir jedoch, dass es nicht daran lag, dass sie noch heimlich des nächtens Jungfern beminnten. Ehrlich gesagt, war der Sonntagmorgen doch eher vom Schlafentzug und Kater geprägt als vom Frohsinn. Aber dafür gibt es ja Rosa, die gute Seele, die für verschlafene immer einen guten Kaffee und Zeit für ein liebes Schwätzchen hat. Wenn es einem dann immer noch nicht besser geht, sei es weil man keine Jungfer zum beminnen gefunden hat oder Probleme mit dem Minnesänger hat, empfehle ich allen den Gang zur Wahrsagerei. Dort kann man alles erfahren, was man schon immer wissen wollte. Und da wird man auch nicht abgezockt. Ausserdem ist es sehr gemütlich in den Wahrsagereizelten. Heute wollten wir uns mal den Aussenbereich etwas genauer anschauen. Also verliessen wir die Hallen, die im übrigen komplett abgedunkelt waren. Man hatte quasi das ganze Gefühl es sei Nacht, schade, dass Gisbert nicht noch einen Vollmond aufgehängt hat, Werwölfe auf dem Spectaculum wären mal eine willkommene und völlig authentische Abwechslung. Und wir traten in das Licht… es war strahlend hell und grell… Nein, wir sind nicht gestorben, sondern aus der dunklen Halle nach draussen zu den Fechttruppen und Heerlagern gegangen. Die Truppe Fictum aus Tschechien liess es sich nicht nehmen nach Hamm zu reisen und das Volk mit ihrer Darbietung zu erfreuen. Respekt Jungs, ihr haut euch wenigstens mal richtig auf den Sack! Daraus schliesse ich, der Tscheche kennt keinen Schmerz, oder lag es doch am Becherovka? Den Tag verbrachten wir hauptsächlich damit, uns die Gaukler noch mal anzuschauen und mit Bummeln über den Markt. Sehr schön, dass so viele verschiedene Händler angereist sind um authentische und kuriose Waren unters Volk zu bringen. Um 18:30 spielten Schelmish ihr Abendkonzert. Vorher aber die Streuner. Sehr nette gemütliche Band mit lustigen Streichliedern. Schelmish waren auch sehr amüsant an diesem Abend. Die Liederauswahl war gut, aber leider konnte mich der Rest nicht so ganz überzeugen. Man merkte leider doch sehr, dass die neuen Schelme noch nicht richtig eingespielt waren. Dextro versuchte dies mittels amüsanten Einlagen wie Runden laufen fürs Falschspielen oder das Wegwerfen von Luzis Hose bei der Rotta zu überdecken, was ihm leider nicht gelang in meinen Augen. Leider war auch anscheinend der Tontechniker von Schelmish nicht bei bester Laune und somit war der Auftritt ein kleines Fiasko. Doch ich bin überzeugt, dass Schelmish mit der Zeit noch zu einer guten Einheit verschmelzen wird. Eventuell war es noch zu früh für einen Mittelalterauftritt in der neuen Formation. Wir dürfen gespannt sein, wie sich Schelmish in ein paar Monaten anhören werden. Immerhin, die beiden neuen Schlagwerker sind mit Sicherheit eine echte Bereicherung für die Band, da das nun sehr imposant klingt. Nach dem Konzert betraten wir die Markthalle und stellten mit Schrecken fest, dass alle Händler schon mit dem Abbau beschäftigt waren. Das finde ich sehr, sehr schade, denn es hätte mich Sicherheit noch Besucher gegeben, die hungrig oder durstig waren. Nun denn, das erste Spectaculum neigte sich dem Ende zu und der Bericht endet auch hier. Ein paar Dankesreden und Grüsse am Schluss.

Danke an Gisbert Hiller und sein Team, den Spielleuten, Gauklern, Händlern, Heerlagern und Rittern Grüsse an Herb Jung, Michaela, Schelmelinchen, Totentänzer, Saltatio Mortis, Pill und Pankratz, Schelmish, Rayneke und allen die da waren und dieses Wochenende zu dem gemacht haben was es war, nämlich unvergesslich.

Marion (DdA) - 14. Februar 2007 zurück


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aktualisiert: 05.04.2010