[Bilder] Hamburg-Bahrenfeld, Trabrennbahn Fr 25.06.-So.27.06.2010

Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen. (Hubert Burda)
oder: Halleluja - "Was sollen wir unglücklich sein, wenn wir glücklich sein können. Außerdem: unser Leben ist toll: wir haben kaltes Bier und Stühle zum Sitzen." (Dieb - Rapalje)

Und so wirbelten nicht nur donnerstags Abends die Pferde der Trabrennbahn den Staub der Trabrennbahn auf die Zelte und Stände in der Trabrennbahn, sondern auch die Spielmänner, Gaukler, Mitwirkenden und Besucher ließen keinen Takt, keinen Spass und keinen nächtlichen Gesang aus um den Boden unter den Füßen wegzu... tanzen und in die Luft zu befördern.

Wunderbares Wetter. Blauer Himmel. Sonnenschein. Warmer Wind in den nordischen Gefilden. Und dadurch natürlich wiedermal – Gott sei Dank – sparsame Kleidung bei Männlein und Weiblein. So vielversprechend startete der Freitag und enttäuschte auch die weiteren zwei Tage nicht.
Von 14 Uhr an gaben auf dem neuen Gelände Händler, Gaukler, Spielleute und allerlei anderer Handwerker und Künstler ihre Fähigkeiten zu sehen, und dass schon vor der feierlichen Markteröffnung, die natürlich Eduard von Sonnenberg nicht ohne den in seine Obhut gegebenen Mönch Bruder Rectus durchführen konnte. Auch der hässliche Hans ließ sich nicht vom Gelände vertreiben und wandelte das ganze Wochenende fröhlich bettelnd über den Markt.
Es spielten auf die unvergleichlichen Spielleute von Saltatio Mortis, das schelmische Duivelspack und unsere neuen Freunde aus Schottland Saor Patrol.
Zwischen Schaukampf von Fictum und der neuen Formation „Schauschwertkampf“, Ritterturnier von Ars Equitandi und Falknershow von Horus wurden an diesen Tagen vor allem die Sonnensegel von den neugierigen Marktbesuchern belagert, so dass Gaukler und Musiker ihre Auftritte immer wieder kurzerhand ins Publikum verlegten.
Und trotz all der Hitze und dem trockenen Staub ließ es sich eine kleine Gruppe von Marktteilnehmern und Mitwirkenden nicht nehmen in der Nacht von Freitag auf Samstag die Reeperbahn zu stürmen... denn, wenn der Markt schließt, machen auch irgendwann die Schenken gern mal zu. ;)

Samstags hatten wir dann wieder deutsches (Bühne I) versus schottisches (Bühne II) Mittelalter – denn Soar Partol wurden von Rapalje verstärkt und Saltatio Mortis, sowie Duivelspack bekamen zuwachs von Capud Draconis. Es war noch heißer, noch voller und noch länger Markt, nachdem ab 11 Uhr die Tore geöffnet wurden. Und die Hamburger genossen den neuen zweiten Veranstaltungsort des MPS bei sich. Stelzentheater Waldwesen, Feuershows, das Duo Rafftan, verschiedene Kindertheater, Artistikgruppen – an allen Ecken und Ende ward etwas geboten. Ganz abgesehen von den ganzen Leckerein, ob Fisch, Fleisch, Vegetarisch, herzhaft und süß... Es war wie bei jedem MPS alles vorhanden um sich rundum wohl zu fühlen.
Abgeschlossen wurd der Abend durch die Nachtkonzerte von Rapalje und Saltatio Mortis, den Pestumzug und das anschließende nächtliche Ritterturnier, das viele Besucher noch fesseln konnte.

Der Sonntag war dann allerdings eher gerpägt von Formel 1, den Harley Tagen, der Kieler Woche und dem WM Spiel Deutschland – England... denn der Markt war so gut wie ausgestorben. Doch wenn keine Stimmung da ist, machen wir uns diese eben selbst. So packten Rapalje bei der brüllenden Hitze ein Planschbecken aus, füllten es mit Wasser, kühlten Getränke darin und sprangen zwischen ihren Auftritten immer wieder ins kühle Nass. Ebenso inszenierten sich mehrere Markthändler als Live-Ticker (keine Ahnung woher die ihre Informationen hatten...) vom Fußballspiel. Die Krönung des „Dann-machen-wir-die-Party-eben-alleine“-Tages war dann der spontane Kleidungstausch von Bruder Rectus und Maceál von Rapalje nach einer Planschrunde. Maceál bestritt als Mönch das Abendkonzert und Bruder Rectus lauschte seinem neuen Bruder in schottischen Gewändern beim Spielen. Unter anderem ließ es sich Maceál dabei nicht nehmen vor und nach jedem Lied das solche mit „Halleluja“ zu kommentieren. Irgendwann wurd es ihm allerdings zu eng in den Mönchskutten und so zog er diese kurzerhand aus und spielte in Boxershort ein zwei Lieder bis er Zeit fand seinen Schottenrock, den Bruder Rectus netterweise wieder zur Bühne brachte anzuziehen.

Mit dieser verkehrten Welt endete also das erster MPS auf der Hamburger Trabrennbahn – und es staubte immernoch. Hoffentlich haben wir bis Bückeburg den Staub wieder aus den Lungen * hust *

In diesem Sinne: allen ein frohes spielfreies MPS Wochenende. Auf dass ihr euch gut erholt, viele andere Märkte und Festivals stürmt und alle heil auf eure nächsten geplanten MPS Märkte findet.

P.S.: Holland wird immernoch Weltmeister :D, bei diesen Partyleuten und Improvisateuren, die die haben?!

von Jeany Leinweber - 1. Juli 2010

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aktualisiert: 02.07.2010